Männer I, TSG – SG Lauterstein II 20:21

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Quelle: HZ Online

Artikel geschrieben von Thomas Grüninger

Handball-Bezirksligist TSG Schnaitheim hat die Tabellenführung eingebüßt. In einem in der Schlussphase hochdramatischen Spitzenspiel mussten sich die Grün-Weißen dem bisherigen Verfolger SG Lauterstein II etwas unglücklich mit 20:21 (7:8) geschlagen geben.

Zwar musste die TSG über weite Strecken einem Rückstand von einem oder zwei Toren hinterherlaufen, doch ab Mitte der zweiten Halbzeit sah es so aus, als könnten die Schnaitheimer die hart umkämpfte Partie noch zu ihren Gunsten entscheiden. Sieben Minuten vor Schluss hatte Jochen Ruoff die Hausherren erstmals seit der 1:0-Anfangsführung wieder in Front gebracht (17:16), doch in der hektischen Schlussphase erwiesen sich die Gäste als nervenstärker. Insgesamt ließ die TSG zu viele gute Möglichkeiten ungenutzt, scheiterte zu häufig am überragenden Gäste-Torhüter Niklas Jaros.

Damit blieben die Schnaitheimer auch im dritten Spiel in Serie sieglos und mussten  die SG Lauterstein II, die nach Minuspunkten ohnehin schon besser dagestanden war, an sich vorbeiziehen lassen. „Wir haben jetzt nicht mehr das Privileg, alles selbst in der Hand zu haben. Aber der Aufstieg ist für uns deshalb noch nicht abgehakt“ , meinte Co-Trainer Daniel Köpf trotzig.

Chefcoach Jeremias Rose, der fast die gesamte zweiten Halbzeit auf dem Spielfeld mitwirkte, war unmittelbar nach der Schlusssirene noch nicht zu einer Stellungnahme fähig. Während die Spielgemeinschaft aus Nenningen und Weißenstein die frisch eroberte Tabellenführung feierte, hatten die Schnaitheimer an der bitteren Niederlage noch lange zu nagen.

Allzu verheißungsvoll waren die Gastgeber allerdings nicht ins Spiel gestartet. Zwar brachte Axel Herdener die TSG mit 1:0 in Führung, doch dies sollte lange Zeit der einzige Vorsprung bleiben. Vor allem SG-Spielmacher Andreas Weiss glänzte in der Anfangsphase als sicherer Torschütze, meist aus dem Rückraum. Drei der vier Treffer zum 4:1 für die Gäste gingen auf sein Konto. Ruoff per Siebenmeter und Neuzugang Patrick Chaudhari verkürzten zum 3:4, und als dann auch noch Torhüter Frank Kurz einen Strafwurf parierte, schien die TSG auf Touren zu kommen.

Doch der erste Eindruck täuschte. Rasch lagen die Schnaitheimer wieder mit drei Treffern hinten (3:6), und schon in dieser Phase ließen die Schützlinge von Jeremias Rose einige Hochkaräter liegen, wirkten im Spielaufbau manchmal unkonzentriert und überhastet. Zwar kam die TSG immer wieder heran, doch zum Ausgleich sollte es bis zur Pause nicht reichen.

Insgesamt war die Trefferausbeute im ersten Spielabschnitt mit 7:8 überaus überschaubar, was vor allem auch daran lag, dass beide Teams ihre Stärke an diesem Abend eindeutig in der Abwehr hatten.

Nach Seitenwechsel nahm die Partie dann an Fahrt auf – aber auch an Härte. Vor allem die Gäste langten einige Male ordentlich zu. Niklas Dandl trug eine Platzwunde am Kopf davon und konnte danach nicht mehr eingesetzt werden, Oliver Aeugle blutete nach einem „Kopfstoß“ aus der Nase, erholte sich aber zum Glück schnell wieder. „Es war ein hartes Spiel, aber das war angesichts der Tabellenkonstellation auch so zu erwarten“, sagte Daniel Köpf.

Chaudhari markierte nach Wiederbeginn schnell das 8:8, doch der TSG wollte es einfach nicht gelingen, einen Vorsprung zu erzielen. Die Mannschaft bewies allerdings Moral, ließ sich nicht unterkriegen. Und als Matthias Montag Mitte der zweiten Halbzeit in doppelter Unterzahl das 16:16 markierte, schien das wie ein Signal zur Wende. Die Fans peitschten nun ihr Team nach vorne. Doch die Partie blieb bis in die Schlussekunden hinein extrem hart umkämpft.

19:20 lag die TSG zweieinhalb Minuten vor Schluss zurück, dann bewahrte Kurz sein Team mit einer Glanzparade vor einem erneuten Zwei-Tore-Rückstand und im Gegenzug traf Aeugle zum 20:20. 32 Sekunden vor Schluss versuchte der Gästetrainer mit einer Auszeit für Ruhe zu sorgen. Tatsächlich führte die erste Aktion danach zum Führungstreffer für die Lautersteiner Oberliga-Reserve.

16 Sekunden vor Schluss wollte nun auch die TSG mit einer Auszeit nochmals letzte Kräfte mobilisieren. Und tatsächlich gab’s auch noch die Chance zum Ausgleich, doch Roses Wurf wurde im letzten Moment geblockt. Der Gästetorhüter hielt den Ball fest und ließ jubelnd die letzten Sekunden verstreichen.

„Das war eine absolut unglückliche Niederlage. Wir wollten in der Abwehr stabil stehen, das ist uns gelungen. Die Einstellung hat gestimmt. Wir konnten den Gegner in vielen Situationen an den Rand der Verzweiflung bringen. Was am Ende fehlte, war vor allem ein Quäntchen mehr Glück“, resümierte Co-Trainer Köpf.

Am kommenden Samstag (7. März, 19.30 Uhr) steht der TSG im Heimspiel gegen die SG Hofen/Hüttlingen erneut ein Schlüsselspiel bevor. Kann der Tabellendritte, der nach Minuspunkten schon vor Schnaitheim liegt, geschlagen werden, bleibt das Rose-Team aussichtsreich im Aufstiegsrennen. Im Falle einer Niederlage wäre zumindest vorerst auch Platz zwei weg.

TSG – SG Lauterstein II 20:21 (7:8)
TSG: Schaller, Kurz; Ruoff (4, davon 2 Siebenmeter), Chaudhari (3), Dandl, Bayer, Gruschka (2), Herdener (2), Montag (4), Rose (2), Auegle (3), Fischer, Racs, Riehl
Siebenmeter: TSG 2/beide verwandelt – SG 4/2
Zeitstrafen: TSG 5 (Herdener, Dandl, Ruoff, Rose, Aeugle) – SG 7
Schiedsrichter: Bramuglia/Kugler (Bartenbach)