Männer 1, HSB – TSG 25:30

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Männer 1, HSB – TSG 25:30

Quelle: HZ Online

Artikel geschrieben von Thomas Grüninger

 

Es war lange umkämpft, das Stadtderby der Handball-Bezirksliga
zwischen dem HSB und der TSG Schnaitheim. Am Ende behielt der Favorit
aus dem Heidenheimer Teilort wie erwartet mit 30:25 (13:13) die Oberhand
– auch deshalb, weil die Grün-Weißen in der Karl-Rau-Halle quasi ein
Heimspiel bestritten.Etwa zwei Drittel der rund 1000 Zuschauer hielten es mit den
Schnaitheimern. Und so hallten nach Spielschluss die Jubelrufe über den
„Derbysieg“ durch die Arena, die schon seit Jahren bei Handballspielen
des Heidenheimer Sportbundes keine solche Kulisse mehr erlebt hatte.

Leicht hatten es die Hausherren dem Tabellenführer und seiner
stimmgewaltigen Gefolgschaft allerdings lange Zeit nicht gemacht. Bis
Mitte der zweiten Halbzeit war das Derby hart umkämpft. Zum letztlich
entscheidenden Bruch kam es beim Stand von 19:19, als der HSB in
doppelte Unterzahl geriet und Schnaitheim mit einem 5:0-Lauf auf 24:19
davonziehen konnte.

Pech hatte der HSB, dass in dieser Phase mit Spielgestalter Bayram Somogyi im zentralen Rückraum ein wichtiger Mann verletzungsbedingt ausfiel. Auch Florian Biebl (Rückraum halbrechts) musste in der Schlussphase noch angeschlagen passen. „Der Substanzverlust war zu groß, das konnten wir nicht verkraften“, meinte nach Spielschluss HSB-Trainer Günther Sauer.

„Wir konnten lange Zeit mithalten, und vielleicht wäre eine Überraschung
möglich gewesen. Aber am Ende fehlte uns auch der letzte Tick
Cleverness. Ärgerlich ist, dass wir uns jetzt im dritten Spiel in Folge
gut verkauft haben, aber letztlich die Früchte nicht ernten konnten“,
resümierte der Coach der Gastgeber.

Für Schnaitheims Trainer Jeremias Rose war es hingegen nicht
überraschend, dass die Heidenheimer so lange Widerstand leisteten: „Es
war mir klar, dass es eine enge, harte Kiste wird. Wir konnten nicht
gleich so wegziehen wie gegen Königsbronn. Aber ab Mitte der zweiten
Halbzeit haben wir dann hinten sehr gut gedeckt und vorne besser
zusammengespielt. Als wir schließlich auf fünf Tore davonzogen, war das
der Knackpunkt des Spiels. Der Sieg war am Ende sicher verdient“,
lautete sein Fazit nach der kampfbetonten und lange Zeit sehr spannenden
Bezirksliga-Partie.

Nach ausgeglichener Anfangsphase mit wechselseitiger knapper Führung
gelang es dem HSB, eine gute Viertelstunde nach dem Anpfiff der sicher
leitenden Schiedsrichter Bächle und Reichle (SG Lenningen) auf 11:7
davonzuziehen. Rose nahm eine Auszeit und schwor sein Team neu ein, das
dann auch deutlich konzentrierter zu Werke ging und den Rückstand in
eine 12:11-Führung drehte.

Dem HSB gelang in dieser Phase nur wenig. Zu viele Ballverluste und
überhastete Abschlüsse hatten zur Folge, dass die Gastgeber bis zur
Pause nur noch zwei Treffer bejubeln durften. Trotzdem gingen sie
nochmals mit 13:12 in Führung, mussten dann aber in doppelter Unterzahl
noch kurz vor der Halbzeitsirene das 13:13 durch einen von Jochen Ruoff
verwandelten Siebenmeter hinnehmen.

Spitzenreiter Schnaitheim hatte sein Visier in der zweiten Halbzeit
deutlich besser eingestellt. Steffen Sturm erwies sich jetzt als
treffsicherer Rückraumbomber, und Oliver Aeugle schloss etliche
Tempogegenstöße erfolgreich ab. Mehr als die Hälfte aller TSG-Treffer
gingen am Ende auf das Konto dieses Duos. Auch in der Abwehr agierten
die Gäste nun zunehmend entschlossener. Bei der 24:19-Führung der
Schnaitheimer war eine Vorentscheidung gefallen. Der HSB konnte zwar
noch dreimal auf drei Tore herankommen (22:25, 23:26 und 25:28),
ernsthaft zu gefährden war der Sieg der Grün-Weißen aber nicht mehr.

„Wir haben ein phantastisches Publikum. Es hat diese Partie für uns zum
Heimspiel gemacht“, lobte Jeremias Rose die TSG-Fans. Während
Schnaitheim mit dem elften Sieg im 13. Saisonspiel die Tabellenführung
untermauerte und weiter Kurs Richtung Landesliga fährt, ist Aufsteiger
HSB im Kampf um den Klassenerhalt noch nicht alle Sorgen los.

Die Tabelle gibt allerdings nach wie vor ein schiefes Bild ab. Während
einige Teams schon 14 Spiele absolvierten, sind andere erst bei 11
Begegnungen angekommen. Obwohl auch schon Rückrundenspiele bestritten
wurden, handelte es sich beim Derby am Samstag noch um eine
Vorrundenpartie. Das Rückspiel in Schnaitheim steigt schon in wenigen
Wochen – am 21. Februar.

HSB – TSG Schnaitheim 25:30 (13:13)

HSB: Bosch, Kost; Halsner (4), Sabouni, Valeczky (2),
S. Somogyi (2/2), Tim Baur II (4), Stegmeier (4), B. Somogyi (1), C.
Hug, Biebl (5), Wieland, Uhl (2), Fres (1)

TSG: Schaller, Kurz; Ruoff (5/1), Dandl (1), Bayer (2),
Gruschka (2), Sturm (9/3), Montag (1), Aeugle (8), Braumann, Racs,
Fischer (2), Riehl

Siebenmeter: HSB: 3, davon zwei verwandelt – TSG: 4, alle verwandelt

Zeitstrafen: HSB 5 (Sabouni 2×, Uhl, Wieland, Fres – TSG 2 (Aeugle, Ruoff)

Zuschauer: 1000

Schiedsrichter: Bächle und Reichle (SG Lenningen)